Die Wiedererteilung einer entzogenen Fahrerlaubnis

Die Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis heißt eigentlich "Neuerteilung" und ist im § 20 der Fahrerlaubnisverordnung geregelt (früher: § 15c StVZO). Obwohl es nicht injedem Fall einfach ist, eine ehemals entzogene Fahrerlaubnis nach Ablauf der Sperrfrist wiederzubekommen, gibt es doch auch für die Verwaltungsbehörde klare Vorschriften. Ein ganz entscheidender Punkt für den Bewerber ist, daß beim Straßenverkehrsamt keine Bedenken gegen seine erneute Eignung zum Fahren bestehen dürfen. Dazu kann er selbst viel beitragen.

Sperrfrist und Antragstellung

Dem Betroffenen dürfte sehr wohl bekannt sein, wann die Sperrfrist abläuft, die ihm vom Gericht oder der Behörde auferlegt wurde. Er kann, um rechtzeitig an seine neue Fahrerlaubnis zu kommen, den Antrag auf Neuerteilung schon drei Monate im voraus bei der zuständigen Verwaltungsbehörde stellen. Denn immerhin benötigt man dort zur Bearbeitung und Einholung der Auskünfte auch einen gewissen Zeitraum. Er muß den Antrag nach dem heutigen Führerscheinrecht stellen, das heißt, man kann heutzutage keine "Klasse 3 und 1" mehr beantragen, wenn sie auch damals so hießen. So würde der (ehemalige) Besitzer einer Fahrerlaubnis Klassen 3 und 1 jetzt den Antrag auf Neuerteilung der Klassen A, A2, A1, B, BE, C1, C1E, AM und L stellen.
Ehemalige Besitzstände können nur dann anerkannt werden, wenn es dafür im aktuellen Führerscheinrecht eine Entsprechung gibt.
Zum Antrag gehört natürlich wieder die Vorlage eines aktuellen Sehtests, der nicht älter als zwei Jahre sein darf.

Eignungsbeurteilung durch das Amt

Die Behörde muß prüfen, ob ihr Tatsachen bekannt sind (auch länger zurückliegende Eintragungen im Verkehrszentralregister oder Gerichtsurteile), die immer noch gegen eine Neuerteilung sprechen.

Im Falle der alkoholbedingten Entziehung der Fahrerlaubnis kann und sollte der Bewerber in Abstimmung mit der Behörde an Rehabilitationsmaßnahmen teilnehmen, wenn sein Alkoholdelikt nicht unbeträchtlich oder kein Einzelfall gewesen ist. Die Teilnahme an solchen (anerkannten) Maßnahmen, mit anschließender Beurteilung durch den Seminarleiter, kann viel zur positiveren Einschätzung durch die Behörde beitragen. Hier gibt es in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Seminar-Modelle.

 

Erneute Fahrprüfung

Wenn die Fahrerlaubnis auch wegen mangelnder Kenntnisse oder Fähigkeiten beim Führen eines Kraftfahrzeugs entzogen wurde, oder, wenn seit der Entziehung mehr als 2 Jahre vergangen sind, dann muß der Antragsteller die Führerscheinprüfung ablegen, und zwar theoretisch und praktisch.
Eine Pflicht zur Teilnahme am theoretischen Unterricht oder an einer bestimmten Anzahl von Fahrstunden besteht jedoch nicht. Trotzdem muß bei der Fahrprüfung natürlich ein Fahrlehrer mitfahren, denn der Bewerber darf zu diesem Zeitpunkt ja noch keine Kraftfahrzeuge führen. Der Fahrlehrer darf erst dann die Durchführung einer Prüfungsfahrt genehmigen, wenn er sich davon überzeugt hat, daß der Bewerber die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten zum Fahren besitzt. Im Interesse einer sinnvollen Prüfungsvorbereitung ist es also nötig, in Absprache mit dem Fahrlehrer eine gewisse Zahl an Fahrstunden zu absolvieren. Dabei sollte man bedenken, daß sich die Prüfungsbedingungen natürlich im Laufe der Zeit stark geändert haben.
Der neue Führerschein wird grundsätzlich nicht auf Probe erteilt. Nur, wenn auf dem vorigen Führerschein die Probezeit noch nicht komplett abgelaufen war, wird der Rest davon wieder eingetragen.

 


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Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2017